Glas vorspannen: Energiesparmöglichkeiten beim Abschrecken von Glas

Das Vorspannen von Glas ist ein energieaufwändiger Prozess, und das nicht nur wegen der Hitze. Auch die Kühlung des Glases erfordert eine erstaunliche Menge an Energie, insbesondere bei dünneren Produkten. Aber was wäre, wenn es Möglichkeiten gäbe, diese Energie zu reduzieren? Von einer besseren Steuerung der Ventilatoren bis hin zu einem intelligenteren Luftmanagement – die Möglichkeiten sind real und näher an der Umsetzung als Sie vielleicht denken.

Die Luftstrahlabschreckung hat sich seit jeher bewährt. Sie ist einfach, effizient und nahezu universell einsetzbar – eine fast perfekte Methode. Beinahe. Das Problem ist nur, dass es auch sehr energieintensiv ist, besonders wenn man mit dünnem Glas arbeitet.

Je dünner das Glas, desto mehr Energie wird benötigt. Die Gesamtleistung der Ventilatoren in einer Glasvorspannanlage kann bis zu einem Megawatt betragen. Dies treibt die Betriebskosten und die Kohlenstoffemissionen in die Höhe.

Jahrzehntelange Suche nach einer Alternative

In den letzten 50 Jahren haben viele versucht, das Abschrecken neu zu erfinden. Ideen wie die Wassernebelkühlung, die Kontaktwärmeübertragung und die gasbasierte Wärmeleitung wurden alle getestet. Einige schafften es sogar bis zur Patentreife.

Doch keine dieser Alternativen hat sich für die großangelegte Produktion von Solar- oder Architekturglas als praktikabel erwiesen. Luftdüsen bleiben vorerst der Standard.

Wenn wir die Luftstrahlabschreckung nicht ersetzen können, können wir sie sicherlich verbessern. Und genau darin liegt die wahre Chance. Von der Steuerung des Luftstroms bis hin zur intelligenteren Gestaltung der Gebläse können verschiedene Maßnahmen einen messbaren Unterschied bewirken, ohne dass das System komplett überholt werden muss.

Mögliche Wege zur Stromabschaltung

Ein einfaches Upgrade besteht darin, keine Luft mehr dort zu verschwenden, wo kein Glas vorhanden ist. Mit Drosselklappen und Breitensensoren lässt sich der Luftstrom auf die Bereiche beschränken, in denen er benötigt wird. Eine Reduzierung der Blasfläche um 10 % bedeutet eine Verringerung der Gebläseleistung um 10 %.

Ein weiterer kluger Schachzug ist der Austausch von Lüfterrädern aus Stahl gegen Modelle aus Kohlefaser. Sie sind leichter, lassen sich schneller hoch- und runterfahren und eignen sich perfekt für zyklische Prozesse. Bei einer Glaslast von 4 mm kann allein diese Änderung den Stromverbrauch um 25 % senken.

Durch die starke Druckbeaufschlagung der Luft, die beim Abschrecken von Glas verwendet wird, erhöht sich die Temperatur erheblich. Ein Teil dieses Temperaturanstiegs kann durch eine Luftkühlvorrichtung im Luftkanal abgekühlt werden, was die Abschreckung verbessert. Dadurch sinkt der Stromverbrauch. Auch konstruktive Details spielen eine Rolle. Die Verringerung von Druckverlusten, die Optimierung der Düsenanordnung und die Feinabstimmung der Steuerung können zu weiteren Energieeinsparungen führen. Es geht darum, das Beste aus jedem eingesetzten Watt zu machen.

Echte Einsparungen. Echte Wirkung.

In einer typischen Batch-Anlage kann das Abschrecken 200 MWh Strom pro Jahr verbrauchen, was 50 Tonnen CO2-Emissionen entspricht. Bei der Hochleistungs-Solarglasproduktion ist diese Zahl sogar noch höher.

Auch wenn nicht jede Verbesserung für jeden Anwendungsfall geeignet ist, so ist das Amortisationspotenzial doch überzeugend, insbesondere für die Verarbeitung von Dünnglas.

Die Luftstrahlabschreckung wird nicht verschwinden. Aber mit den richtigen Upgrades kann es intelligenter, umweltfreundlicher und effizienter werden. Die Technologie ist bereits vorhanden. Die Frage ist nur: Was ist für Ihre spezifischen Produktionsanforderungen sinnvoll?

Möchten Sie Zahlen sehen? Laden Sie die nachstehende Präsentation herunter, um mehr über die verfügbaren Lösungen und die tatsächlichen Energieeinsparungen zu erfahren.

Wollen Sie mehr erfahren?

Für den Glastory-Newsletter anmelden

Diesen Beitrag teilen

Über den Autor