Heute revolutioniert ultradünnes Glas – weniger als ein Millimeter dick – die Architekturverglasung und bietet Vorteile wie geringeres Gewicht, bessere Isolierung und einen geringeren CO₂-Fußabdruck im Vergleich zu herkömmlichem Kalk-Natron-Glas. Die Verarbeitung dieses fortschrittlichen Materials erfordert jedoch ein Abweichen von konventionellen Techniken und den Einsatz spezialisierter Lösungen. In diesem Blog beleuchten wir, was nötig war, um das Schneiden, Handhaben und Laminieren von ultradünnem Glas möglich zu machen.
Ultradünnes Glas bietet klare Vorteile für moderne Isolierglas-Einheiten. Wird es als Mittelscheibe in einer Dreifach-IG-Einheit eingesetzt, reduziert es das Gewicht erheblich und verbessert gleichzeitig die thermische Leistung. Mit dem gleichen Gewicht und der gleichen Dicke wie eine herkömmliche Zweifach-IG-Einheit bietet diese Konfiguration eine bessere Energieeffizienz und eignet sich daher besonders für den globalen Renovierungsmarkt.
Die Verarbeitung von ultradünnem Glas erfordert jedoch eine sorgfältige Kontrolle über den gesamten Produktionsablauf. Vom Rohglaslager über das Schneiden bis hin zur Laminierung muss jeder Schritt genau angepasst werden, um Glasbruch zu vermeiden.
Es wurden bedeutende Anpassungen vorgenommen, um ultradünnes Glas zu verarbeiten.
Zunächst wurden Lagerung in Kisten und Öffnungsprozesse neu konzipiert, um die Unversehrtheit des Glases bereits vor Produktionsbeginn zu schützen. Selbst der Neigungswinkel spielt hier eine Rolle.
Auch der Schneidprozess wurde neu abgestimmt. Ultradünnes Glas benötigt exakt definierte Prozessparameter und spezielle Ausrüstung. Dazu gehören gezahnte Ritzräder, präzise Ritzdrücke und kontrollierte Ritzgeschwindigkeiten – alles abgestimmt auf einen reibungslosen, zuverlässigen Schnitt und optimale Kantenfestigkeit.
Um das Bruchrisiko weiter zu minimieren, wurden vollautomatische, vibrationsfreie Handhabungssysteme entwickelt, die das Glas mit minimalem Stoß und Kraftaufwand transportieren. Dies gewährleistet gleichzeitig einen sicheren und effizienten Transport der Gläser. Auch die Anpassung des Neigungswinkels der Linie war ein entscheidender Schritt, um die empfindlichen Scheiben sicher zu bewegen.
Der gesamte Produktionsprozess wurde anschließend neu organisiert. Um Belastungen auf das ultradünne Glas zu minimieren, werden Abstandshalter nur auf die äußeren Scheiben aufgebracht.
Schließlich wurden selbst Nachbearbeitungstechniken verfeinert, um Durchbiegung und Verzerrung zu reduzieren.
Dank dieser Neuerungen ist es nun möglich, große Scheiben aus ultradünnem Glas effizient für die Isolierglas-Produktion zu verarbeiten. Im Grunde genommen definieren diese Veränderungen die Spielregeln neu.
Für glasverarbeitende Unternehmen, die bereit sind, dieses Material einzusetzen, stehen alle notwendigen Lösungen bereit – einschließlich Technologien, die den gesamten Produktionsfluss vom Rohmaterialhandling bis zum finalen Isolierglas-Zusammenbau unterstützen.
Die Laminierung von ultradünnem Glas ist mit konventionellen Walzenlaminieranlagen möglich, sofern ein geeigneter Heizofen vorhanden ist. Besondere Aufmerksamkeit ist bei der Handhabung erforderlich, daher wird automatisiertes Glas- und Zwischenlagenhandling empfohlen.
Die Branche ist nun bereit, den sich wandelnden Anforderungen der modernen Architekturverglasung gerecht zu werden.
Für einen detaillierten Einblick in die Ausrüstung und Spezifikationen zur Verarbeitung von ultradünnem Glas laden Sie die vollständige Präsentation herunter – vorgestellt auf der GPD 2025 von Eric Shomo (Corning), Heinrich Ostendarp (HEGLA) und Mauri Saksala (Glaston).
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